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Überwachung am Arbeitsplatz

Am Anfang war die Uhr – um genau zu sein: die Stechuhr. Sie ist das Symbol für den Wandel der Zeitwahrnehmung während der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert. Seit damals werde Zeit „nicht erlebt, sondern gemessen,“ schreibt der Historiker Thomas Nipperdey in Deutsche Geschichte 1800-1866 – Bürgerwelt und starker Staat; der moderne Mensch sei ständig „im Wettlauf mit der Zeit.“
Ein Grund für die veränderte Zeitwahrnehmung war die Umstellung der Entlohnung: Der Arbeitgeber „kauft und bezahlt Arbeitskraft pro Zeiteinheit.“ Deswegen wird der Arbeitgeber darauf drängen, dass die gekaufte Zeit so effizient wie möglich eingesetzt wird. Ein wesentlicher Faktor war dabei die „arbeitsmoralische Erziehung zu Fleiß, Pünktlichkeit (und Frühaufstehen).“
Diese arbeitsmoralische Rosskur wurde mit einem System aus Strafen und Belohnungen durchgesetzt – und machte eine „paternalistische Kontrolle auch des Privatlebens der Arbeiter“ erforderlich.