Die neue häusliche Krankenpflege

Stützstrümpfe anziehen, Verbände wechseln, Spritzen oder Medikamente geben  – das waren bisher Leistungen der häuslichen Krankenpflege, die die Krankenkasse bezahlt hat. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die häusliche Krankenpflege bisher war, in welchem Verhältnis sie zur Pflegeversicherung steht und was sich durch die Pflegereform (PSG II) geändert hat.

Was war häusliche Krankenpflege bisher?

Es handelt sich um eine Leistung der Krankenkasse, die vom Arzt verschrieben werden kann. Voraussetzung ist: Die häusliche Krankenpflege ist zur Sicherung einer ärztlichen Behandlung notwendig, weil der Kranke die entsprechende Verrichtung (z.B. Spritze geben) weder selbst ausführen kann, noch ein anderes Haushaltsmitglied sie übernehmen kann. Die häusliche Krankenpflege wird von zugelassenen Pflegediensten erbracht. Diese Leistungen bleiben erhalten – und werden durch die Reform erweitert.

Krankenpflege und Pflegeversicherung

Leistungen der häuslichen Krankenpflege und der Pflegeversicherung werden nebeneinander gewährt und getrennt abgerechnet. Einzige Ausnahme: In einer stationären Pflegeeinrichtung wird die häusliche Krankenpflege von der Pflegeversicherung bezahlt.

Es kann passieren, dass die Krankenkasse die häusliche Krankenpflege ablehnt. Die Begründung: Der über die Pflegeversicherung bezahlte Pflegedienst könne die Aufgaben mit übernehmen. Eine solche Ablehnung ist rechtswidrig – und ein Widerspruch dringend geboten! Dasselbe gilt, wenn Angehörige die Pflegeleistung nicht erbringen können – oder gar nicht im Haushalt leben.

Änderungen durch die Pflegereform

Die Leistungen der häuslichen Krankenpflege werden durch die Pflegereform deutlich erweitert: Konnten bisher nur bestimmte Verrichtungen verordnet werden, können nun auch Leistungen der Grundpflege (z.B. Hilfe beim Essen oder Waschen) und hauswirtschaftlichen Versorgung verordnet werden, obwohl sie klassische Leistungen der Pflegeversicherung sind. Dadurch muss aber die ärztliche Behandlung gesichert bzw. ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt werden. Der Anspruch soll in der Regel auf vier Wochen begrenzt sein und damit Patienten erfassen, die keine Leistungen der Pflegeversicherung bekommen können, weil sie nur kurzfristig pflegebedürftig sind. Auch hier gilt: Es gibt keine Leistungen, wenn Angehörige im Haushalt leben und die Pflege übernehmen können.

Davon abgesehen können auch die ursprünglichen Leistungen der häuslichen Krankenpflege, also z.B. Spritze geben oder Verband wechseln, nunmehr vom Arzt verordnet werden, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden oder verkürzt wird.