Behandlungspflege abgelehnt? – Was nun?

Pflege auf Rezept: Behandlungspflege wird vom Arzt verordnet.

Pflege kann ein Arzt auf Rezept verordnen, wenn sie im Rahmen der Behandlung notwendig ist. Diese Behandlungspflege ist eine Leistung der Krankenkasse. Weder ist ein Pflegegrad erforderlich, noch muss die Pflege über einen längeren Zeitraum notwendig sein; es reicht, wenn z.B. einmalig eine Spritze gegeben werden muss. Andere Beispiele für Behandlungspflege sind: das wechseln von Verbänden, das bereitstellen und geben von Medikamente oder Augentropfen.

Eine Ablehnung der Krankenkasse sollten Sie stets genau unter die Lupe nehmen! Zwei immer wieder vorkommende Begründungen stelle ich Ihnen in diesem Beitrag vor.

Begründung 1: Leistungen der Pflegeversicherung

Die Krankenkasse lehnt ab, weil der Versicherte zugleich Leistungen der Pflegeversicherung erhält. Begründung: Die Pflegeperson oder der ambulante Pflegedienst können die Behandlungspflege (unentgeltlich) mit übernehmen.

Mit dieser Begründung darf die Krankenkasse die Behandlungspflege nicht ablehnen. Sie muss die Behandlungspflege unabhängig von den Leistungen der Pflegeversicherung erbringen. Ausnahme: Der Versicherte ist in einem Pflegeheim untergebracht.

Begründung 2: Angehörige

Die Krankenkasse lehnt ab, weil der Versicherte mit Angehörigen (oder anderen Personen) zusammen lebt. Begründung: Die Angehörigen können die Behandlungspflege übernehmen.

Diese Begründung kann korrekt sein – allerdings müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

Leben im selben Haushalt

Der Angehörige muss im Haushalt des Versicherten leben. Schon die in der Nachbarwohnung lebende Tochter scheidet als Pflegeperson aus.

Pflege muss möglich sein

Der Angehörige muss die Pflege zeitlich Leisten können: Muss z.B. dem Versicherten während der Arbeitszeit des Angehörigen eine Spritze gegeben werden, kann er die Pflegeleistung nicht erbringen.

Die Pflege muss aber nicht nur zeitlich, sondern auch fachlich möglich sein. Auch wenn dem Angehörigen die erforderliche Qualifikation fehlt kann er die Pflege nicht erbringen.

Angehörigem und Versichertem muss die Pflege zumutbar sein

Sowohl der Angehörige, als auch der Versicherte dürfen sich nicht ohne Grund weigern eine mögliche Pflegeleistung zu erbringen. Hierbei gilt: Weder vom Angehörigen, noch vom Versicherten soll etwas verlangt werden, was es nicht zu leiten vermag. Hat zum Beispiel der Angehörige panische Angst vor Spritzen, wird es für ihn unzumutbar sein, dem Versicherten eine Spritze gut geben. Gerade an diesem Punkt ist die individuelle Situation zu berücksichtigen.

 

„Nehmen sie eine Ablehnung der Krankenkasse nicht einfach hin! Welche Pflegemaßnahmen für Sie sinnvoll sind hat Ihr Arzt zu entscheiden – und nicht die Krankenkasse.“

 

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